Aufwendungsdarlehen

Was ist ein Aufwendungsdarlehen?

Ein Aufwendungsdarlehen beinhaltet das Wort „Aufwendung“, was in der Finanzbranche so viel wie „fixe Verwendung“ bedeutet und demnach nicht zur freien Verfügung bereitgestellt wird. Dabei handelt es sich um eine staatliche Förderung, die über die Länder oder Kommunen abgewickelt werden. Begünstigte durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau sind überwiegend Familien mit Kindern oder pflegebedürftigen Menschen, die bereits eine Immobilie besitzen oder diese anschaffen möchten. Das Darlehen wird nach dem Einkommen eines Haushalts bestimmt und ist in jedem Fall zurückzuzahlen. Um die Kreditnehmer nicht zu sehr zu überlasten, wird das Darlehen nicht wie bei Krediten üblich, umgehend in Raten zurückgezahlt, sondern zu einem späteren Zeitraum. Damit sollen die Antragsteller in der ersten Phase ihres Umbaus oder Kauf einer Immobilie finanziell entlastet werden. Ein weiterer wichtiger Vorteil sind die moderaten Zinssätze, die deutlich unter einem Hausbankkredit angesiedelt sind.

Aufwendungsdarlehen zur Immobilienfinanzierung

Entscheidet sich eine Familie zum Kauf einer Immobilie oder zu dessen Bau, so kann diese prüfen lassen, ob ein Anspruch auf ein Aufwendungsdarlehen besteht. Dieser hilft bei der Finanzierung und schließt besonders anfänglich manche Finanzierungslücken. Der Staat berücksichtigt dabei den Wert einer Immobilie. Zum einen ist das abhängig vom Gebiet, denn dort, wo wenig Wohnraum vorhanden ist, wird so zukunftsträchtiger Wohnraum geschaffen. Durch solvente Bürger profitiert eine Kommune und Region, wenn diese sich dauerhaft niederlassen. Ein weiterer Aspekt ist die Berücksichtigung ökologischer Bedingungen. Eine gute Dämmung beispielsweise wird auch bei bestehenden Immobilien gefördert und sollte beim Neubau mit eingeplant sein. So lassen sich Energiekosten senken.

Das Aufwendungsdarlehen dient ebenso dem Generationshaus. Leben mehrere Generationen unter einem Dach, ist es selbstverständlich, dass die Immobilie barrierefrei zu gestalten ist. Schließlich werden alle Generationen im besten Fall das Seniorenalter erreichen und sind auf barrierefreie Zugänge angewiesen. Diese Maßnahmen beziehen sich auf Aufzüge in einem Mehrparteienhaus, Zugangsrampen für den Haus- und Wohnbereich, Konstruktionen für die Nasszellen wie Bad und Küche.

Lohnenswert ist zudem der Umbau auf Erneuerbare Energien. Wer noch mit dem alten Kohleofen in seinem Eigenheim heizt, bekommt durch das Aufwendungsdarlehen die Möglichkeit, seine Energie künftig durch einen Pellet-Ofen zu sichern. Ebenso wird die Anschaffung von Photovoltaikanlagen gefördert. Ziel ist es, den Klimawandel durch geringere Emission in den Griff zu bekommen.

Wo das Aufwendungsdarlehen zu beantragen ist

Das Aufwendungsdarlehen wird meist direkt bei der Gestaltung der Immobilienfinanzierung vom Finanzverwalter der Immobilie beantragt. In Hamburg beispielsweise ist für diese Förderung die Investitions- und Förderbank (IFB) zuständig. In Düsseldorf ist hingegen die NRW Bank mit der sozialen Wohnbauförderung zuständig. In München sind die Informationen direkt von der Kommune erhältlich. Als Ansprechpartner dienen zudem alle Immobilienmakler und Berater aus diesem Fachbereich.

Die Rückzahlungsmodalitäten sind für Antragsteller besonders wichtig. Diese variieren vom Förderungsgrund und den Bedingungen der Region. Die Basis wird durch den Gesetzgeber festgelegt, den Ländern bleibt jedoch das Recht, bestimmte Vorgaben an die regionalen Bedingungen anzupassen. Der Rückzahlungszeitraum beginnt im Schnitt ab dem fünften Jahr der Förderung. Das Aufwendungsdarlehen wird dabei nicht in einem Schlag herausgegeben, sondern kann sich, wie am Beispiel Hamburg über 16 Jahre ausdehnen. In den ersten 20 Jahren der Rückzahlung ist der Zinssatz niedrig. Wer für die Rückzahlung aufgrund hoher Darlehen länger benötigt, muss mit einer Zinssatzsteigerung rechnen.

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