Katzenklappe mit Katze

Statistiken gehen davon aus, dass in deutschen Haushalten ca. 13,4 Millionen Katzen leben. Aber nicht nur Katzenhaltern dürfte der Freiheitsdrang und die Selbstständigkeit der beliebten Vierbeiner bekannt sein. Idealerweise ermöglichen daher viele Halter ihren Tieren neben dem Aufenthalt in der Wohnung so genannten Freigang, also den Aufenthalt im Freien. Sofern die Umgebungsbedingungen es zulassen, ist dabei häufiges Ziel, dem Tier durch eine Katzenklappe den selbstständigen Wechsel von drinnen nach draußen und wieder zurück zu ermöglichen. So spart sich der Halter nicht nur erheblichen Aufwand, der durchaus entstehen kann, wenn die geliebte Katze häufiger oder zu (für uns Menschen) ungewöhnlichsten Tages- und Nachtzeiten den Gang nach drinnen oder draußen antreten will. Viel mehr ermöglicht eine unabhängige Bewegung der Katze die Auslebung des bereits genannten Freiheitsdrangs und führt als Ergebnis zu einer zufriedenen und umgänglichen Katze.

Was ist eine Katzenklappe überhaupt?

Unter einer Katzenklappe versteht man grundsätzlich eine technische Vorrichtung, die es Katzen ermöglicht, einen ansonsten für sie nicht unabhängig passierbaren Bereich zu betreten oder zu verlassen. Am häufigsten dürfte der Einsatz der Katzenklappe als Möglichkeit sein, zwischen einer Wohnung oder einem Haus und einem Freibereich zu wechseln. Dies kann zum Beispiel ein Balkon, ein Garten, oder auch ein sonstiger Zugang zum öffentlichen Freibereich sein.
Ein weiteres Einsatzgebiet von Katzenklappen kann aber auch die Herstellung von Zugangsmöglichkeiten von Teilbereichen innerhalb eines Hauses oder einer Wohnung sein. So kann eine Katzenklappe zum Beispiel dazu dienen, der Katze den Zugang zu einem Raum mit Katzentoilette oder Futterstelle zu ermöglichen, ohne dass diese dabei auf geöffnete Türen angewiesen ist.

 

Ursprung

Wer als erstes auf die bahnbrechende Idee kam, seiner Hauskatze mittels einer Katzenklappe einen Zugang zu schaffen, ist nicht definitiv belegbar. Aber ganz gleich ob Wahrheit, oder so genannte “urban legend”, so hat doch die Geschichte von Sir Isaac Newton als ihr Erfinder einen gewissen Charme. Dieser soll, als Mathematiker und Erfinder ständig in seine Arbeit vertieft, die Tür zu seinem Arbeitszimmer mit einem Loch und einer davor montierten Klappvorrichtung ausgestattet haben, um seinem Haustier jederzeit den Zugang zum Arbeitszimmer zu gestatten.

Planung und Einbau

Schnell ist man als Katzenhalter an dem Punkt angelangt, wo man seiner Katze und sich selbst durch den Einbau einer Katzenklappe einen großen Gefallen tun möchte. Doch bevor man loslegt, sind verschiedene Dinge zu beachten und festzulegen.

Aufbau

Die Grundfunktion der Katzenklappe liegt auf der Hand. Die Katze soll unabhängig von unserem Zutun dahin gelangen, wo sie es möchte, bzw. wo wir es ihr erlauben. Die üblichen, heute anzutreffenden Katzenklappen bestehen daher aus zwei Bauteilen. Das eine ist eine Art Rahmen oder Gehäuse, das an gewünschter Stelle in die geschaffene Öffnung für die Katze eingesetzt wird. Das zweite Bauteil ist eine Klappe, die die Öffnung wieder verschließt, dabei aber das passieren der Katze ermöglicht.

Welche Varianten gibt es?

Als Grundversion beinahe aller am Markt erhältlichen Katzenklappen ist heute Kunststoff anzutreffen. Dieses Material ist dauerhaft und kann auch Katzenkrallen gut widerstehen. Weiterhin ist es unempfindlich gegen Urin und andere Verunreinigungen, die Katzen möglicherweise auf ihrem Weg durch die Klappe dort hinterlassen könnten.
Da selbst die freiheitsliebendste Katze nicht immer überall hingelangen soll, hat sich als Verschlussmechanismus der meisten Katzenklappen heute die so genannte 4-Wege-Verriegelung etabliert. Dabei handelt es sich um einen Riegel, der 4 Einstellungen ermöglicht. Neben der kompletten Verriegelung und der uneingeschränkten Begehbarkeit in beide Richtungen sind weiterhin einseitige Beschränkungen möglich. So kann entweder lediglich der Weg in die eine, oder in die andere Richtung freigegeben werden. So kann zum Beispiel sichergestellt werden, dass eine Katze Abends jederzeit ins Haus gelangen kann, dieses aber während der Nacht nicht wieder unbemerkt verlassen kann.
Je nach Einbauort können an Katzenklappen jedoch verschiedene weitere Anforderungen gestellt werden. So hat auch die Industrie reagiert und bietet zahlreiche Modelle mit verschiedensten Ausstattungen an:
– Katzenklappen mit Zugluftdichtung – für alle Einsatzorte mit Zugang ins Freie
– Luftdichte und gedämmte Versionen – Vor allem die immer anspruchsvolleren Anforderungen an energetisches Bauen haben bereits zahlreiche Modelle hervorgebracht, die auf verschiedensten Wegen die luftdichte Gebäudehülle und den Wärmedämmstandards gewährleisten sollen, die zum Beispiel bei der Passivhausbauweise gewünscht ist.
– Modelle mit Zugangskontrolle – überall da, wo möglicherweise andere Katzen unterwegs sind, die aber nicht ins Haus oder die Wohnung gelangen sollen. Die Steuerung erfolgt meist über einen Sender, den die Katze an einem Halsband mit sich trägt.
– Die Ausführung mit durchsichtiger Klappe – für alle Katzen, deren Instinkte sie an der Begehung uneinsehbarer Orte hindern
– Katzenklappen mit Klingel – damit Herrchen oder Frauchen immer mitbekommt, wenn ihr Liebling die Katzenklappe passiert und auf den Kratzbaum geht.
Eine besondere Lösung zur Vermeidung der Probleme mit ungedämmten bzw. undichten Katzenklappen bietet insbesondere der englischsprachige Raum an. Hier sind vor allem im hochpreisigen Marktsegment bereits vermehrt Abschlüsse anzutreffen, die sowohl energetisch optimiert sind, als auch tatsächlich die technischen Anforderungen an Luft- und Schlagregendichtheit erfüllen. Einzelne Anbieter geben für ihre Modelle sogar Wärmedurchgangswiderstände an, die denen optimierter Haustüren entsprechend und selbst die Anforderungen moderner Regelwerke wie der Energieeinsparverordnung erfüllen. Auf Grund der aufwändigen Konstruktion handelt es sich dabei jedoch nicht mehr um einfach begehbare Katzenklappen, sondern viel mehr um elektrisch kraftbetätigte Abschlüsse, die bei Annäherung des Tiers automatisch öffnen bzw. schleißen. Die Auslösung erfolgt üblicherweise über einen Chip, welcher entweder am Halsband getragen oder sogar implantiert wird. Meist wird hierbei auch nicht mehr von einer Katzenklappe, sondern von einer Haustiertür gesprochen. Wegen der dem technischen wie finanziellen Aufwand haben sich solche Systeme auf dem deutschen Markt aber bis heute nicht durchgesetzt, so dass die bekannte Katzenklappe in allen erhältlichen Varianten weiterhin Mittel der Wahl ist.

Die Lage

Eine der wichtigsten Überlegungen ist sicherlich die, wo die Katzenklappe überhaupt eingebaut werden soll. Einige grundlegende Fragen helfen bei der Festlegung des optimalen Standorts.
Wo kann sie durch die Katze ideal genutzt werden? Die beste Klappe ist nutzlos, wenn die Katze sie entweder nicht erreichen kann oder auch nur auf Grund einer unpraktischen Lage ungern begeht. Selbstverständlich gilt dies von beiden Seiten!
Wo stört die Katzenklappe den Menschen am wenigsten? So sehr die Einrichtung der Katze hilft, entweder will der Mensch die Klappe aus ästhetischen Gründen in verschiedenen Bereichen nicht sehen, oder soll Zugluft und Auskühlung durch die Klappe auf den Bereich reduziert werden, wo es am wenigsten stört. Auch die besten Klappen sind leider weder komplett Luft- noch schlagregendicht und letztendlich allesamt nur sehr begrenzt wärmegedämmt.
Wo entstehen durch die Klappe keine negativen Auswirkungen?
Zuluft und eindringender Schlagregen sind nicht nur unangenehm, sondern können auf Dauer auch Schäden an den umliegenden Bauteilen hervorrufen. Auch wenn nicht immer sofort Schimmel durch Feuchtigkeit ein Problem ist, wird doch schnell ein Bodenbelag unschön in Mitleidenschaft gezogen.
Wo kann der Einbau technisch umgesetzt werden?
Nicht alle Bauteile eignen sich für den Einbau einer Katzenklappe. Wo eine leichte Trennwand eventuell durch das Herstellen der nötigen Öffnung geschwächt wird, kann bei einer massiven Betonwand der Durchbruch schnell erheblichen Aufwand erzeugen oder in tragenden Bauteilen sogar kritische Auswirkungen haben.

Technische Hinweise zum Einbau

Vor- und Nachteile verschiedener Ausführungen

Die Vorteile einer Katzenklappe liegen auf der Hand. Der Stubentieger kann sich unabhängig bewegen und erspart dem Halter zahllose Wege zur Tür oder zum Fenster. Weniger offensichtlich sind dagegen oft die Nachteile verschiedener Katzenklappen:
– Ob praktisch oder nicht, schön ist sicherlich kaum eine Katzenklappe. Daher sollte bei der Standortsuche zumindest berücksichtigt werden, den Durchgang nicht unbedingt im Fokus der Aufmerksamkeit zu platzieren.
– Grundsätzlich ist heute am Markt keine absolut luft- bzw. schlagregendichte Katzenklappe erhältlich. Meist geht mit einer solchen Einrichtung daher der schleichende, aber permanente Verlust von warmer Raumluft einher. Eine Folge sind mehr oder weniger spürbar ansteigende Heizkosten im Winter.
– Ebenso unvermeidlich dürfte die Tatsache sein, dass jede Katze beim “Heimkommen” beinahe zwangsläufig Schmutz an den Pfoten oder im Fell mit ins Haus oder die Wohnung trägt. Je häufiger eine Katze also den Weg bestreitet, umso größer dürften die Belastungen insgesamt werden.
– Vor allem ohne elektronische Zugangskontrolle bietet die Katzenklappe selbstverständlich nicht nur dem eigenen Tier die Möglichkeit des Zugangs. Genau so kann natürlich auch jeder andere Vierbeiner denselben Weg bestreiten und sich ungebeten am Fressnapf bedienen oder auch das heimische Sofa beanspruchen. Vor allem in Gegenden, in denen zahlreiche Katzen unterwegs sind, sollte dieser Gesichtspunkt nicht unbeachtet bleiben.
– Gerade die elektronisch geregelte Katzenklappe sorgt dagegen für einen ganz anderen Nachteil: Die noch meist am Halsband getragenen Sender stellen nebst dem zugehörigen Halsband letztendlich einen Fremdkörper dar. Dieser kann die Katze bei ihren Streifzügen zumindest stören, aber auch schnell zur tatsächlichen Gefahrenquelle werden. Gerade im Gebüsch bietet das Halsband eine Angriffsfläche für Äste, von denen sich die Katze, einmal im Halsband eingehakt, meist nicht mehr selbst befreien kann.

Der praktische Umgang

Meist zeigt sich sehr schnell, ob die Katze ihre Klappe annimmt, oder nicht. Sicherlich sollte man ihr zunächst die Möglichkeit geben, sich an den neuen Fremdkörper im Revier zu gewöhnen und die sich bietenden Möglichkeiten selbst zu erkunden. Je nach Charakter Ihres Vierbeiners kann dies schnell gehen, oder aber einige Tage in Anspruch nehmen. Auf jeden Fall sollte kein Zwang ausgeübt werden, sondern dem Tempo des Tiers entsprechend Zeit eingeräumt werden.
Zeigt sich aber, dass die Katze ihre neue Haustür nicht nutzen möchte, ist guter Rat meist teuer. Die Anschaffung ist getan und der Einbau erfolgt, wer sieht es da gerne, wenn die Neuerung boykottiert wird? Hilfe versprechen zahllose Ratgeber rund um das geliebte Haustier. Möglicherweise funktionieren bereits die ersten ausprobierten Methoden, um die Katze langsam an die neue Freiheit heranzuführen. Vielleicht sind aber auch mehrere Versuche nötig, um die richtige Herangehensweise zu finden. Auch hier ist Zeit und Ausdauer der Schlüssel zum Erfolg.
Zeigt jedoch auch dieses Vorgehen keinen Erfolg, stehen als letzter Ausweg Tiertrainer zur Verfügung, um Ihre Katze langsam an die Herausforderung Katzenklappe heranzuführen.

Zubehör für Katzenklappen

Erstaunlicherweise bietet der Markt für Katzenklappen ein recht geringes Sortiment an Zubehör. In erster Linie sind Erweiterungsmodule erhältlich, die etwa den Einbau in besonders dicken Wänden ermöglichen, oder in Leichtbauteilen eine Art freistehende Konstruktion ermöglichen. Weiterhin sind natürlich vor allem zu Sondervarianten wie der elektronisch gesteuerten Klappe zahlreiche “modische” Accessoires erhältlich. Allerdings handelt es sich dabei weniger um spezifisches Zubehör zu Katzenklappen, sondern viel mehr um universell einsetzbare Halsbänder, die unter Anderem zum Mitführen des türöffnenden Chips verwendet werden können.
Der recht überschaubare Zubehörkatalog wird vermutlich der Tatsache geschuldet sein, dass es sich bei Katzenklappen meist um einbaufertige Systeme handelt, die in sich abgeschlossen und voll funktionsfähig sind. Ergänzungen, Erweiterungen oder der Austausch von Teilen ist hier in der Regel weder erforderlich, noch sinnvoll.

Welche verwandten Produkte gibt es?

Katzenklappen stellen sicherlich den am Meisten verbreiteten Türersatz für Haustiere dar. Vergleichbare Einrichtungen haben sich in der Breite weder durchgesetzt, noch sind sie am Markt in einem vergleichbaren Umfang erhältlich. Dies lässt die Sonderstellung der Katze als Haustier mit einer gewissen Selbstständigkeit erahnen.
Eine Ausnahme stellen die ähnlich ausgeführten, aber erheblich größer gestalteten Hundeklappen dar. Diese bieten dieselben Vorzüge wie Katzenklappen, jedoch auf die Dimensionen der Hunde abgestimmt. Aber auch diese Lösungen haben sich bis heute nicht durchgesetzt. Allerdings mag die Ursache hier vor allem darin begründet sein, dass Hunde weit häufiger an der Leine das Haus verlassen und eher selten selbstständige Freigänger sind.

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